Lecker oder lästig? Unkräuter im Garten

Unkräuter wachsen wild, da wo der Mensch sie nicht haben will. Ob im schön bepflanzten Vorgarten oder im feinsäuberlich angelegten Gemüsegarten, Unkraut macht was es will. Doch ist jedes Unkraut wirklich lästig und kann nur durch Jäten vernichtet werden? Kann es sein, dass wir Unkraut einfach unterschätzen? Wenn du Unkraut mal aus einem anderen Aspekt betrachtest, findest du vielleicht auch Gefallen an gewissen wilden Kräutern. Schon unserer Vorfahren nutzten viele wilde Pflanzen als Nahrung, Würzmittel oder als Heilmittel. Wir stellen dir in diesem Artikel ein paar Pflanzen vor, die zu Unrecht von vielen Gärtnern verflucht werden.

Standort

Du solltest dein Unkraut nicht überall ernten. Sei bei der Auswahl deines Unkraut genauso penible wie beim Kauf deines Gemüses. So solltest du kein Unkraut in der Nähe von Industrieanlagen, Straßen, intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen oder Hundegassi-Wegen mitnehmen.

Zubereitung

Alle ungiftigen Unkräuter oder besser Wildkräuter können wie eine Art Spinat gegessen werden.  Sie können gekocht oder gedünstet in Pfannkuchen oder Aufläufen verarbeitet oder in Form eines Pestos zu Nudeln gereicht werden.  Du kannst Unkraut auch portionsweise einfrieren und später zum Würzen und Verfeinern verwenden. Auch roh in einem Salat schmecken viele Unkräuter. Außerdem gilt: je jünger die Pflanze ist, desto zarter schmeckt sie. Pflanzen, die schon blühen, sind viel zu alt, außer du willst ihre Blüten verwenden.

Beliebteste Unkräuter

Giersch:

Die Giersch gehört zu den weitverbreitetsten Unkräutern. Sie ist über viele Monate verfügbar und hat nur sehr geringe Ansprüche an den Boden, die Wasser- und Lichtversorgung.  Sie wird auch Vitamin-C-Kraut genannt, da sie sehr viel Vitamin C enthält.

Gewöhnliche Vogelmiere:

Auch die gewöhnliche Vogelmiere gehört zu den weitverbreiteten Unkräutern. Die Vogelmiere zeichnet sich besonders durch ihr rasantes Wachstum und ihre frühe Samenbildung aus. Sie gehört auch zu den gesündesten Unkräutern und hat zusätzlich einen tollen Geschmack. Aufgrund des Saponingehalts sollte sie  jedoch nicht in zu beträchtlichen Mengen gegessen werden.

Kleinblütiges Franzosenkraut:

Kleinblütiges Franzosenkraut ist der umgangssprachliche Ausdruck für kleinblütiges Knopfkraut.  Ursprünglich stammt die Pflanze aus Südamerika. Die jungen Stängel und Blätter ergeben gekocht eine klasse Gemüsebeilage. Auch roh lassen sich die jungen Blätter gut als Salat anrichten.

Große Brennnessel:

Die Brennnessel könnte man auch als heimisches Superfood bezeichnen. Sie ist wahrlich ein kleiner Kraftprotz. So enthält sie viel Vitaminen A und C, Eisen, Kalium, Mangan und Calcium. Wichtig ist, dass du die kleinen braunen Härchen vor dem Verzehr zerstörst. Denn sonst kann es zu Hautreaktionen an deinem Mund kommen. Du kannst sie zum Beispiel zerstören, indem du die Brennnessel kurz aufkochst. Oder du rollst die Brennnessel mit einem Nudelholz aus, dabei werden die Härchen abbrechen.